Was ist atvoto?
Stand: 2026-11-07. Einstieg in Zweck und Begriffe. Die Details stehen in den verlinkten Seiten.
atvoto ist das öffentliche, neutrale Gedächtnis der Abstimmungsdebatte. Vor einer Volksabstimmung sammelt es die Argumente dafür und dagegen. Teilnehmende verfassen, kommentieren und gewichten sie, und eine per Los bestimmte Gruppe entscheidet in gegenseitigen Gutachten, welche neuen Argumente in den Katalog kommen.
Alle Beiträge sind signierte Records im offenen Protokoll ATProto. Sie liegen im Repo der Person, die sie geschrieben hat, und lassen sich von jeder Anwendung lesen, nicht nur von unserer.
Store und Clients
Abschnitt betitelt „Store und Clients“atvoto ist ein Store: Speicher, Verfahren und Lese-API, aber keine Oberfläche. Eine Weboberfläche, Logins und E-Mails sind Sache der Clients. Der erste Client ist smartinfo (für smartvote). Weitere können dazukommen und arbeiten dann in eigenen Dossiers mit eigenen Teilnahmeregeln.
Was die Integrität und den Nutzen des Stores für alle Clients sichert → Store. Was diesem Client und seinen Nutzern dient → Client.
Kurz: Das Verfahren läuft im Store, die Zulassung zum Verfahren im Client. Der Client bürgt für seine Mitglieder und legt fest, wer in seinen Vorlagen was darf. Der Store setzt diese Regeln durch und ist für alle gleich. Details: Architektur.
Begriffe
Abschnitt betitelt „Begriffe“| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Dossier | Eine Abstimmungsvorlage bei einem Client, z.B. sv-663. Titel und Beschreibung hält der Client; der Store kennt Phase (draft, open, paused, closed, withdrawn) und die Beiträge. Dieselbe Abstimmung bei zwei Clients ergibt zwei Dossiers, verknüpft über voteRef. |
| Community-Konto | Ein eigenes ATProto-Konto pro Dossier (dossier-<id>.id.<domain>). Es hält die angenommenen Argumente, Einladungen, Gutachten-Ergebnisse und den Themenbaum. |
| Argument | Eine Aussage mit Begründung, Position PRO oder CONTRA. Quelle: Teilnehmende (user), offiziell (official, z.B. Bundesbüchlein) oder Organisation (organization). |
| Kommentar | Antwort auf ein Argument oder einen anderen Kommentar. intern aus atvoto, extern als Antwort auf Bluesky. |
| Bewertung | Wie relevant eine Person ein Argument findet, 0 bis 100 (ch.atvoto.content.rating). |
| Peer Review (Gutachten) | Das Verfahren, in dem eine geloste Gruppe über die Aufnahme eines neuen Arguments abstimmt. Ein- und ausschaltbar pro Client. |
| Themenbaum | Gliederung der Argumente eines Dossiers nach Themen. Der Client berechnet ihn, der Store speichert ihn als Snapshot. |
| Prüfstufe | Wie gut der Client eine Person kennt (heute email). Teilnahmeregeln können eine Mindeststufe verlangen. |
| Label | Signierte Moderationsmarkierung. Ausgeblendet wird über Labels, nicht durch Löschen. |
Der Weg eines Arguments
Abschnitt betitelt „Der Weg eines Arguments“- Vorbereiten (Client). Der Client fragt, ob die Person im Dossier schreiben
darf (
dossier.getPermissions), wie viel Kontingent sie noch hat (quota.get) und ob es schon ähnliche Argumente gibt (argument.findSimilar). Eine eigene Vorprüfung gegen die fünf Kriterien macht der Client selbst. Alles das ist nur Hilfe, nichts davon blockiert. - Einreichen. Der Client schreibt das Argument als Record ins eigene Repo der Person auf dem PDS.
- Annahmeschleuse (Store). Der Writer prüft verbindlich Teilnahmeregeln, Phase und Kontingent. Besteht das Argument, legt er eine kanonische Kopie im Community-Konto an, mit Verweis auf das Original.
- Peer Review. Ist es für den Client eingeschaltet, öffnet der Indexer ein Gutachten. Aktive Teilnehmende melden Bereitschaft, der Writer lost daraus die Gutachter:innen. Sie checken ein, geben ein Gesamturteil (annehmen/ablehnen) und markieren je Kriterium ok oder beanstandet.
- Ergebnis. Ist das Quorum erreicht, läuft eine kurze Nachfrist für alle, die
noch schreiben. Dann entscheidet die Mehrheit:
approvedoderrejected. Auch abgelehnte Argumente bleiben sichtbar, mit Kennzeichnung.
Ablauf und Parameter: Peer Review.
Grundsätze
Abschnitt betitelt „Grundsätze“- Datenhoheit. Jeder Beitrag liegt im eigenen Repo der Person.
- Freie politische Rede. Geprüft werden Form, Ton und Redundanz, nie die Richtigkeit einer Meinung.
- Selbstverwaltung durch das Los. Über neue Argumente entscheidet die Gemeinschaft, nicht der Betreiber.
- Die Maschine hilft, der Mensch entscheidet. KI liefert Übersetzungen, Ähnlichkeiten und Hinweise; urteilen tun Menschen.
- Transparenz und Offenheit. Schemas, Verfahren und Labels sind öffentlich, die Daten über ATProto mit dem offenen Netz verbunden.
Die verbindliche Fassung steht in der Verfassung.
Was atvoto nicht ist
Abschnitt betitelt „Was atvoto nicht ist“- Keine Oberfläche. Teilnehmende nutzen die Anwendung eines Clients.
- Keine Logins und keine E-Mail-Adressen. Konten sind pseudonym; wer sich wie anmeldet, regelt der Client.
- Kein Faktencheck. Es gibt keine Bewertung, ob eine Meinung richtig ist.
- Kein Redaktionssystem. Vorlagen, offizielle Texte und der Themenbaum entstehen beim Client und werden über den Registrar übergeben.
Weiterlesen
Abschnitt betitelt „Weiterlesen“- ATProto in atvoto: die Begriffe des Protokolls, für Neulinge
- Architektur: Dienste, Schnittstellen, Sicherheit
- AppView-API: die Lese-API für Clients
- Roadmap: wie atvoto schrittweise föderal wird